Von Abi F. May-
Der Tag versprach heiter zu werden, als ich mich bei Tagesanbruch aufmachte, den „Great Orme“ hinaufzusteigen, eine Landspitze aus Kalkfelsen an der Nordküste von Wales. Ich marschierte fröhlich vor mich hin, in strahlendem Sonnenschein, mit der Landkarte in der Hand. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Die Straße, auf der ich ging, führte mich um den Rand der Landspitze herum. Die sanfte Meeresbrise war zunächst erfrischend und belebend, aber bald kam über dem Meer Wind auf und Sturmwolken schoben sich über meinem Kopf zusammen. Innerhalb von wenigen Minuten war meine Jacke schwer von Regen. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Ein bisschen weniger fröhlich, aber hoffnungsvoll, dass sich das Wetter wieder bessern würde, setzte ich meine Wanderung fort. Mein Optimismus wurde belohnt, die Sonne kam heraus, und schon bald trug ich meine Jacke über dem Arm und genoss erneut den Sonnenschein. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Die Landkarte wies mich von der Straße weg auf einen schmalen Pfad, der sich durch Felder und Büsche windete. Mein Weg führte mich über steinige Strecken. Meine Beine begannen zu schmerzen, als der Anstieg steiler wurde. Schafe grasten auf stoppeligem Gras. Möwen versammelten sich auf den unterhalb liegenden Felsen, bevor sie mit sanften Aufwinden ihre Höhenflüge starteten. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Die Zeit verging angenehm, bis ich schließlich den Gipfel erreichte. Die Aussicht war herrlich – die Berge von Wales auf der einen Seite, die offene See auf der anderen. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Für meinen Rückweg hatte ich eine andere Strecke ausgewählt. Obwohl ich meine Karte studiert hatte, musste ich nach einiger Zeit bestürzt feststellen, im Kreis gegangen zu sein, anstatt bergab. Außerdem wurde ich müde und begann mich zu fragen, ob ich es noch vor Sonnenuntergang bis zu meinem Hotel schaffen würde. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Dann lief ich Gott sei Dank einem erfahrenen Wanderer über den Weg – ein Einheimischer, der mit seinen Hunden unterwegs war. Er zeigte mir eine kurze, direkte Route. Ich war immer noch müde, aber gestärkt durch die Erwartung, noch vor der Dunkelheit anzukommen. Der „Great Orme“ stand fest, unverändert.
Die Höhen und Tiefen des Glaubensweges verlaufen oft wie mein Tag auf dem „Great Orme“. Unser Glaube kann große Höhen erreichen oder in tiefe Täler führen, und manchmal werden wir von den Stürmen des Lebens gebeutelt oder sind von der Reise erschöpft. Aber egal wie wir uns fühlen, Gottes Wort, der Grund auf den unser Glaube gebaut ist, steht fest, unverändert.
Abi F. May ist Mitglied der Family International in Europa und Autor für Activated.
„Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ 1
[-an, Version 0.98 – * Copyright 2011 © Activated-Deutsch; Originaltitel: Walking on the Great Ormen Copyright 2011 © Activated]
- Lukas 21:33, NLB ↩
