Von Peter Amsterdam -
Innerhalb von einer Woche hörte ich von drei Leuten drei unterschiedliche Aussagen, die mich dazu brachten, über Gottes Anteil an meinem Leben nachzudenken.
Person Nummer Eins sagte, sie wüsste nicht, ob sich Gott eigentlich darüber Gedanken mache, was wir tun. Vielleicht sei Er nicht besonders an unseren Entscheidungen interessiert, die über die Entscheidung hinausgeht, Errettung anzunehmen, insbesondere nicht an den weniger Wichtigen.
Person Nummer Zwei sagte, Gott schalte sich nur dann in unser Leben ein, wenn wir alles getan haben, was wir können, um Seinen Willen herauszufinden. Gott erwarte von uns, alle verfügbaren Mittel und Wege auszuschöpfen, bevor Er eingreift.
Person Nummer Drei brachte den Gesichtspunkt zum Ausdruck, Gott, der die Welt erschaffen habe, sei wie ein Uhrmacher, der eine Uhr (seine Schöpfung) zusammengebaut, aufgezogen und dann alleine gelassen habe, damit sie von sich aus weiterliefe. Gott erschuf die Gesetze der Natur, damit sie Seine Schöpfung lenken und aufrechterhalten würden. Aber von diesem Zeitpunkt an habe Gott die Dinge sich selbst überlassen, ohne einzugreifen.
Jede dieser Ansichten störte mich. In den folgenden Tagen dachte ich darüber nach. Etwas in meinem Inneren lehnte sich gegen den Gedanken auf, Gott sei einerseits nicht sonderlich daran interessiert, in mein Leben einbezogen zu werden, und andererseits müsste ich so hart wie mir nur möglich arbeiten, damit Gott mir Seine Aufmerksamkeit schenken würde.
Wenn eines dieser drei Konzepte der Wahrheit entspräche, wobei könnte ich dann auf Gott noch zählen, außer auf Vergebung meiner Fehler und meiner Sünden? Für was war Gott gut? In Zeiten von Chaos und innerem Aufruhr brauche ich Hilfe und Führung, und nicht die Sorge darüber, ob Gott sich genügend darum kümmert, mir zu helfen, oder ob sich etwas aus Gottes Sicht schlecht genug entwickelt hat, damit Er eingreift.
Als ich mir diese drei Ansichten durch den Kopf gehenließ, wurde ich an drei Wahrheiten erinnert, die in direktem Widerspruch zu ihnen standen.
1. Persönliche Erfahrung
Gott hat sich zu verschiedenen Gelegenheiten in mein Leben eingeschaltet, und zwar auf eine Art und Weise, die klar macht, dass Er an den Entscheidungen, die ich traf, interessiert war.
Einst, es ist Jahre her, hatte ich einen Traum, der mir bereits die Antwort auf etwas gab, bevor ich überhaupt die Frage dazu kannte. Ein paar Tage später, nachdem ich den Traum hatte, wurden mir zwei Arbeitsstellen angeboten. Der Traum hatte mir sehr klar angedeutet, welche Stelle ich nehmen sollte. Ich entschied mich für die Stelle aus dem Traum, und diese Entscheidung führte mich auf einen Weg, der mich zu der Arbeitsstelle brachte, die ich in den vergangenen 15 Jahren als einer der Leiter der Family International innehalte. Weder hatte ich mich angestrengt, diese Antwort zu finden, noch musste ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel und Wege ausgeschöpfen.
Bei zahlreichen Gelegenheiten habe ich Weisung von Gott empfangen, wenn ich zuvor im Gebet die Führung des Herrn gesucht habe. Ich habe Ihn um Antworten gebeten und Er hat sie mir gegeben – in Meditation, indem er zu meinemG Herzen gesprochen hat, beim Lesen Seines Wortes, indem er Seiner Weisheit durch andere mir mitteilte und mittels Ereignisse und Situationen. Er gab mir klaren Rat und klare Richtung, die, wenn ich sie befolgte, immer funktioniert haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Gott sich um mich kümmert, Er an mir interessiert ist, und Er an meinem Leben teilnimmt, wenn ich für Ihn offen bin.
2. Gottes Wort
Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament stehen viele Beispiele von Gottes Interaktionen mit Menschen – Sein Eingreifen in Ereignisse, Seine Führung oder Seine Warnungen.
Es gibt auch eine Menge an Beispielen, wie Gott sich in den Entscheidungsprozess Seiner Nachfolger einmischt. Ein besonders gutes Beispiel befindet sich im Neuen Testament im Buch der Apostelgeschichte.
„Als sie (Paulus und seine Gefährten) aber durch Phrygien und das Land Galatien zogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist verwehrt, das Wort in Asien zu predigen. Als sie bis nach Mysien gekommen waren, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist erlaubte es ihnen nicht. So zogen sie an Mysien vorüber und kamen hinab nach Troas. Und dem Paulus erschien eine Vision bei Nacht: Ein Mann aus Mazedonien stand da und bat ihn:‚Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!‘ Als er aber die Vision gesehen hatte, versuchten wir sofort, nach Mazedonien zu reisen, überzeugt, dass uns der Herr dahin berufen hatte, um ihnen das Evangelium zu predigen.“ 1
Gott hatte klare Vorstellungen davon, wohin sie gehen sollten und wohin nicht, und Er ließ sie es wissen.
In der Bibel wird ausdrücklich erklärt, wie wir auf Gott schauen und Ihn um Führung als Teil unseres Entscheidungsprozesses bitten sollen. Dann wird Er uns Seine Weisung geben: „Denke an ihn, was immer du tust, dann wird er dir den richtigen Weg zeigen.“ [Sprüche 3:6] und „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ 2
Im Buch der Psalmen zeigte David deutlich seinen Glauben an Gottes Führung, als er betete: „Zeige mir einen Weg, den ich gehen soll, denn ich habe dich darum gebeten.“ 3
Jesus sagte, mit unseren Bedürfnissen zu Gott zu gehen und von Ihm zu erwarten, sie zu erfüllen. „Bittet, und ihr werdet erhalten. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden.“ 4
Wie erwiesen ist, glaubte Jesus daran, dass Ihn Sein Vater leiten würde, als Er die Entscheidung zu treffen hatte, die zwölf Apostel aus der Schar Seiner Jünger zu erwählen: „Nicht lange danach stieg Jesus auf einen Berg, um zu beten. Er betete die ganze Nacht hindurch zu Gott. Bei Tagesanbruch rief er alle seine Jünger zusammen und wählte zwölf von ihnen aus, die er Apostel nannte“ 5
Aus der Schrift geht klar hervor, dass Gott mit uns interagieren möchte und es auch tun wird, wenn wir Ihn darum bitten.
3. Der Heilige Geist

Außer meiner persönlichen Erfahrung und den Beispielen, die ich im Wort gefunden habe, dachte ich daran, wie Jesus versprach, der Vater wird den Heiligen Geist senden, um in Seinen Gläubigen zu wohnen, wenn Er einst physisch unsere Welt verlassen hat. Er sagte, der Heilige Geist würde in uns leben.
„Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Ratgeber geben, der euch nie verlassen wird. Es ist den Heilige Geist, der in alle Wahrheit führt. Die Welt kann ihn nicht empfangen, denn sie sucht ihn nicht und erkennt ihn nicht. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und später in euch sein wird. … Wenn ich wieder zum Leben auferstanden bin, werdet ihr wissen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir seid und ich in euch“ 6
Wenn Gott bereit war, Seinen Geist zu senden, damit dieser für immer in mir wohnt, dann leuchtet es ein, dass Gott nicht nur an mir als Individuum interessiert ist, sondern auch daran, was ich tue und welche Entscheidungen ich treffe. Ich würde sogar behaupten, dass Er nicht nur ein bloßes Interesse an mir hat, sondern sich regelrecht für mich engagiert.
In verschiedenen deutschen Übersetzungen wird das griechische Wort parakletos, mit dem der Heilige Geist beschrieben wird, mit „Ratgeber“, „Helfer“, „Vermittler bzw. Fürsprecher“, „Tröster“ oder „Anwalt bzw. Beistand“ wiedergegeben. Ich mag diese Bilder – Gottes Geist ist all dies für mich. Ich liebe es, wie Gott in meinem Leben aktiv ist, wie Er sich für mich interessiert und dafür, wer ich bin, und was ich tue.
Ich sehe viele Beweise dafür, dass Gott Teil meines Lebens sein und eine interaktive Rolle spielen möchte. Er und ich arbeiten zusammen. Sein Geist – der in mir wohnt und mich bei meinen Entscheidungen leitet – hilft mir auf meiner Reise durchs Leben. Ich bin sehr dankbar, dass Er mich nicht nur wie eine Uhr aufgezogen hat und dann weggegangen ist, sondern mir die Mittel an die Hand gegeben hat, mit Ihm über Sein Wort und Seinen Geist zu interagieren.
Peter Amsterdam und seine Frau, Maria Fontaine, sind die Leiter der Family International, eine christliche Glaubensgemeinschaft .
[-gs, Version 0.99 – * Copyright 2011 © Activated-Deutsch; Originaltitel: How much does God care? Copyright 2011 © Activated]
