In einer kurzen Bibelabhandlung, die mir ein Freund als E-Mail zugeschickt hatte, fiel mir ein bestimmter Vers besonders auf: „Denn mir ist eine große und wirksame Tür geöffnet worden, und es gibt viele Gegner.” 1 Das war ein interessanter Gedanke: Offene Türen und Gegner sind biblisch und manchmal zwangsläufig miteinander verbunden.
Später fand ich mich beim Meditieren über eine Passage aus dem dritten Kapitel der Offenbarung „Wer überwindet” – und dafür sind Hindernisse und Widersacher ja da – „den werde ich zum Pfeiler im Tempel meines Gottes machen.” 2 Gegen Ende des Kapitels gibt es eine weitere Zusage, die zu meinen persönlichen Favoriten zählt: „Wer überwindet, dem werde ich das Recht geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinem Thron gesetzt habe.“ 3
Diese Verse bilden einen interessanten Gesichtspunkt. Zunächst einmal gibt es eine offene Tür. Sie wurde speziell für denjenigen geöffnet, der dazu bestimmt ist, durch sie hindurchzugehen. Als Nächstes treten Gegner und Prüfungen auf, die – wie wir aus dem Kontext der Textpassage wissen – überwunden bzw. bestanden werden können. Als Drittes kommt die Erkenntnis, dass Jesus durch Seine eigene ganz besondere offene Tür gehen musste. Er war in einem Maß Widrigkeiten ausgesetzt, die ich mir nicht im vollen Umfang vorstellen kann, geschweige denn, ihnen zu widerstehen. Aber Er schaffte es. Er widerstand!
Das macht mir Mut. Welche Türen auch immer vor mir offen stehen, wer auch immer die begleitenden „Widersacher und Gegner” sind, ich weiß, dass auch ich sie überwinden kann. Genau genommen ist es so: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.” 4 Und weil ich sie überwinden kann, kann ich eines Tages neben Ihm auf Gottes Thron sitzen. Auch wenn ich nicht gerade auf Geschichten wie die von „Aschenputtel“ stehe, klingen sie doch ziemlich verlockend.
Wenn ich an Fantasy Storys denke, fällt mir immer ein Hauptelement ein, das Bestandteil von Sagen und Abenteuern ist: „Die große Belohnung nach dem Kampf mit den Schurken oder Monstern.“ Wann hat jemals der Held oder die Heldin sein oder ihr Ziel erreicht, ohne zuerst einige Schurken oder Monster bekämpft zu haben?
Das war sicherlich auch die Erfahrung des Apostels Paulus. Zuerst kamen die offenen Türen. „Als ich aber nach Troas kam, um das Evangelium Christi zu predigen, und mir eine Tür geöffnet wurde im Herrn” 5, erklärt er an einer Stelle. „Und betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort öffne”, schreibt er an einer anderen Stelle und fährt fort: „Das Geheimnis des Christus zu reden, für den ich auch gebunden bin.” 6
Ganz klar sieht Paulus, dass mit offenen Türen auch die Gegner und Widersacher auftauchen. Aber Paulus wollte weiterhin durch diese Türen gehen und war dankbar, wenn sie sich öffnete. Ich kann verstehen, weshalb. Erfolg und Kampf kommen nicht zwangsläufig in zwei verschiedenen Bündeln. Ebenso wenig ist das bei offenen Türen und Gegnern der Fall. Oder bei Schätzen und Trollen. Es sieht vielmehr danach aus, dass sie zu gleichen Teilen auftreten.
Wenn ich das nächste Mal Gott darum bitte, für mich eine Tür zu einer Chance zu öffnen, werde ich mir klar machen, dass damit auch mit ziemlicher Sicherheit Herausforderungen und Widrigkeiten einhergehen. Wenn sie auftreten, kann ich sie als Zeichen dafür deuten, dass ich etwas Lohnendem auf der Spur bin. Ich werde entschieden die Gelegenheit beim Schopf packen, auch wenn ich dafür mit einigen Monstern zu kämpfen habe, bevor ich den Schatz finde. -an
Jessie Richards ist Abteilungsleiterin des Family International Missions-Services in den USA, das Activated herausgibt. Sie lebt in Washington DC.

