Er lebt!

Von Peter Amsterdam -

Drei Jahre ist es her, seit sie Seinem Ruf, Ihm nachzufolgen, gefolgt waren. Jeder hatte seine eigene Geschichte, wie es dazu gekommen war. Jesus hatte Nathanael Einzelheiten über sich selbst erzählt, die ihn davon überzeugten, dass Jesus wirklich der Messias ist 1. Petrus und sein Bruder Andreas, Jakobus und sein Bruder Johannes waren Fischer gewesen, als Jesus sie rief 2. Matthäus saß in seinem Zollhäuschen 3. Die nachfolgenden Jahre waren die aufregendsten und intensivsten Jahre ihres Lebens.

Das, was sie bezeugten, war unglaublich – erstaunliche Heilung Kranker, Befreiung von dämonischen Mächten 4, die Speisung der Fünftausend mit nur ein paar Brotlaiben und Fischen 5, gefolgt von einer weiteren Massenspeisung 6. Da gab es jenen Tag, als eine Beerdigungsprozession die Straße entlang kam. Jesus war so vom Schmerz der Mutter über den Verlust ihres Sohnes ergriffen, dass Er den Leichenzug anhielt, den Sarg berührte, und der junge Mann darin sich aufsetzte und wieder lebendig war 7. Und das war nicht das einzige Mal, dass ein Verstorbener ins Leben zurückkehrte. Da gab es das Mädchen, das tot war, als Er den Raum betrat, und das lebendig war, als Er ihn wieder verließ 8. Und da gab es Lazarus, der schon vier Tage lang verstorben war, als Jesus ihn aus der Grabeshöhle heraus rief, und er lebendig erschien 9.

Dann gab es die Augenblicke, in denen Er ihnen äußerst tiefe Einsichten mit Hilfe von Gleichnissen vermittelte. – Das waren Geschichten, die tiefe Wahrheiten enthielten und sich nur denen erschlossen, die offen genug dafür waren, um sie zu verstehen 10. Er lehrte eine Vielzahl von Menschen, die sich um ihn herum versammelt hatten, um zu hören, was Er zu sagen hatte. Und einmal war die Menge kurz davor, Ihn mit Gewalt zu ihrem König zu machen 11. Zu anderen Zeiten führte Er Seine Jünger in abgeschiedene Gegenden, wo sie sich ausruhen konnten, und Er sie unterrichten konnte 12.

Das waren in der Tat aufregende Tage.

Natürlich war nicht jeder Tag mit so vielen positiven Ereignissen angehäuft. An manchen Tagen erlebten sie auch Widerstand. Es gab da einige, die mit Jesus und Seinen Lehren nicht einverstanden waren, die Ihn herausforderten und versuchten, Seine Lehren als falsch zu entlarven. Seine Antworten stets waren voller Weisheit, Kraft und vor allem voller Liebe 13. Diejenigen, die Ihn in Frage stellten, haben vielleicht diese Liebe nicht verstanden. Aber diejenigen, die an Ihn glaubten, entdeckten Seine Liebe in Seinen Worten und Taten. Alles an Ihm war mit Liebe und Mitgefühl verwurzelt. Er war die unglaublichste Person, die sie je gekannt hatten. Sie liebten Ihn zutiefst.

Mit der Zeit wurde der Widerstand gegen Jesus immer stärker. Doch als der Grimm Seiner Feinde den Höhepunkt erreicht hatte und sie entschlossener denn je waren, Ihn aufzuhalten, da warteten die Massen auf Jesus, als Er in Jerusalem einzog und grüßten Ihn mit Palmwedeln und jubelten, „Hosianna dem Sohn Davids” 14. Wegen Seiner Beliebtheit wagten es Seine religiösen Gegner nicht, Ihn anzugreifen. Sie waren auch darüber beunruhigt, dass Seine Aktivitäten die römische Besatzungsmacht zum Einschreiten bringen könnte, was sie ihre eigenen Positionen und ihr eigenes Ansehen gekostet hätte 15.

Diese drei Jahre waren außergewöhnlich – voller Wunder und Hoffnung, Aufregung und Lernen. Seine Jünger erwarteten wahrscheinlich, dass es so noch viele Jahre weiter gehen würde. Sie stritten sich sogar darüber, wer unter ihnen den höchsten Rang einnehmen würde, wenn Jesus an die Macht käme 16.

Dann passierte es. Jesus wurde aufgrund falscher Anschuldigungen festgenommen und innerhalb von 24 Stunden als Verbrecher hingerichtet. Die Hoffnungen und Träume Seiner Jünger für die Zukunft waren zunichte gemacht. Derjenige, den sie so sehr geliebt hatten, war von ihnen gegangen. Das Leben, das sie mit Ihm gelebt hatten, war vorbei. Die Zukunft, von der Er gesprochen hatte, war nicht wie erwartet eingetreten. Er war tot.

Sie waren traurig und verwirrt. Sie hatten Angst und versteckten sich hinter verschlossenen ihre Türen. Sie waren zutiefst erschüttert über das abrupte Ende von allem, an das sie sich gewöhnt hatten, der Arbeit, an der sie teilhatten, der Liebe, die sie kennengelernt, und auf die sie sich verlassen hatten. Alles hatte sich plötzlich verändert. Die Zukunft sah trostlos und trübe aus.

Drei Tage später: Früh am Morgen machten sich einige Frauen, die Seine Anhängerinnen gewesen waren, auf den Weg zum Grab und fanden es leer vor. Zwei Engel erschienen und erklärten ihnen, dass Jesus auferstanden ist. Als die Frauen es den Jüngern erzählten, glaubte ihnen keiner 17. Petrus und Johannes liefen zum Grab und sahen, dass der Bericht der Frauen der Wahrheit entsprach. Sie verstanden es nicht, aber sie wussten, dass Sein Körper verschwunden war 18.

Etwas später an diesem Tag erschien Jesus in dem Raum, in dem sie sich versteckt hatten, obwohl die Tür verschlossen war. Der Mann, den sie geliebt und dem sie gefolgt waren, der brutal gefoltert und getötet wurde, stand plötzlich vor ihnen 19.

Er lebte!

Er war von den Toten auferstanden und zu ihnen zurückgekehrt. Seine Gegenwart veränderte alles. Obwohl Er als Verbrecher hingerichtet worden war, war die Tatsache, dass Er jetzt hier lebendig vor ihnen stand, der Beweis dafür, dass alles, was Er ihnen beigebracht und über Sich erzählt hatte, der Wahrheit entsprach. Er war getötet worden und ist wieder auferstanden 20. Er hat den „Tempel” Seines Körpers in drei Tagen wieder aufgebaut 21. Er war die Auferstehung und das Leben 22. Die Wahrheit dieser Worte war bewiesen, denn Er stand hier, lebendig. Ihr Glaube hatte sie nicht fehlgeleitet. Jesus war kein weiterer falscher Messias, sondern all das, an das sie geglaubt hatten, dass Er es sei 23. Glaube und Hoffnung waren erneuert worden. Seine Gegenwart brachte neues Verständnis für alles, was passiert war. Es veränderte das Verständnis für die Ereignisse der vorangegangenen Tage. Es war alles keine Niederlage, sondern ein Sieg.

Kurz danach fuhr Er in den Himmel auf. Er war nicht mehr länger körperlich bei ihnen. Doch wurde ihnen der Heilige Geist geschickt, um unter ihnen zu wohnen – eine ständige Präsenz, die sie in der Wahrheit und Liebe anleitete und ihnen half, den Glauben zu teilen, den sie gewonnen hatten 24. Er hatte ihnen eine Menge während ihrer gemeinsamen Zeit auf der Erde beigebracht. Dann hatte Er ihnen den Auftrag gegeben, hinauszugehen und anderen über Ihn zu lehren, ihnen von Seiner Liebe, Seinem Leben, Seinem Tod, Seiner Auferstehung und der Errettung, die für alle erhältlich war, zu erzählen. 25

Die wunderbaren Tage des gemeinsamen Lebens und Arbeitens waren zu Ende. Und die Tage, um aktiv zu werden und andere zu erreichen, hatten angefangen. Auch wenn es Zeit und Anpassung bedurfte, taten sie, was Er ihnen aufgetragen hatte. Sie gingen zu verschiedenen Städten und Ländern, trafen neue Leute, gewannen neue Freunde und führten andere zu Ihm. Sie bauten Gemeinden auf, lehrten andere, was Er ihnen beigebracht hatte, sie engagierten sich für diese Mission Tag für Tag, Jahr für Jahr, Herz für Herz. Sie erlebten Schwierigkeiten, Verfolgung und Leid. Doch sie blieben Ihm bis zu ihrem Tode treu. – Und das hatte große Auswirkungen auf die Welt ihrer Tage und auf die Jahrhunderte danach.

Seine Auferstehung änderte alles! Dass Er lebendig war, gab ihnen die Kraft, über das hinauszugehen, was sie gewohnt waren, sich nicht an den Dingen festzuhalten, wie sie gewesen waren und eine neue Lebensweise anzunehmen. – Sie verbreiteten Seine Liebe und Errettung bei anderen, was zum Ergebnis hatte, dass der Glaube beständig an alle nachfolgenden Generationen weitergegeben wurde.

Der Schlüssel zu allem ist, dass Er von den Toten auferstanden ist. Das macht den ganzen Unterschied aus. Auch wenn sich die Dinge verändert hatten, und Er bei ihnen nicht länger körperlich anwesend war, so war Er Ihnen doch durch den Heiligen Geist gegenwärtiger als jemals zuvor. Er konnte immer noch Wunder vollbringen, die Toten zum Leben erwecken, unglaubliche Antworten an Menschen in Not geben, Liebe, Mitgefühl und Gnade zeigen sowie die gute Nachricht der Errettung verbreiten. Nur jetzt tat Er es nicht mehr als Mensch aus Fleisch und Blut, sondern Er tat es durch sie. Und wieso funktionierte das? Weil Er lebendig war. Er lebte beständig in ihnen und arbeitete durch sie. Er ist auch heute noch immer so lebendig wie damals, und zwar in denen, die Ihn lieben und Ihm nachfolgen.

An Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Wir feiern die Tatsache, dass Er lebt. Er hat den Tod, die Hölle und den Satan besiegt. Er hat uns von unseren Sünden erlöst. Er lebte, liebte und starb für jeden Einzelnen von uns. Und Er ist heute noch genauso bei uns wie Er mit jenen war, mit denen Er vor zweitausend Jahren auf der Erde wandelte.

Er lebt! Es gab eine Zeit, in der Ihn Seine Jünger nicht verstanden, weil sie nur die Umstände sahen, in denen sie gerade steckten. – Er wurde gekreuzigt und war nicht länger bei ihnen. – Doch diese Zeit war nur kurz. Die Verwirrung, Furcht und Ungewissheit waren in dem Moment verflogen, als sie erkannten, dass Er lebte, und dass Seine Liebe, Seine Wahrheit, Sein Mitgefühl, Seine Worte und Seine Taten immer noch bei ihnen waren, auch wenn sich ihre äußeren Umstände geändert hatten. Er lebte und arbeitete durch sie, um die Welt zu verändern, und um Seine Wahrheit, Liebe, Erlösung und Errettung zu verbreiten.

Er ist auch heute noch immer lebendig, und Er möchte durch dich dasselbe tun. Es spielt keine Rolle, in welcher Lage du dich befindest, welche Veränderungen aufgetreten sind, wie schwierig die Dinge sind. Er möchte in dir leben. Seine Kraft, Seine Salbung und Sein Geist sind für dich da. Wo du auch bist, Er ist da. Wie auch immer deine Umstände sind, Er wird durch dich arbeiten, in dem Maße, wie du es Ihm erlaubst.

Er lebt. Andere benötigen dieses Wissen auch. Sie brauchen die Erfahrung und müssen Ihn erleben. Wenn Er in dir lebt und Sein Leben durch dein Leben zeigt, dann ist das die beste Art und Weise für andere, es zu sehen und zu verstehen.

Teile Ihn mit anderen. Lass sie Seinen Geist in dir sehen. Lass sie Seine Worte durch dich hören. Lass sie Ihn durch dein Einfühlungsvermögen und deine liebenden Taten fühlen. Zeige ihnen, dass Er auch in der heutigen, verwirrenden Welt lebt, indem du Ihn zu ihnen bringst. Leite ein Treffen in die Wege. Hilf ihnen, eine Verbindung zu Ihm herzustellen. Hilf ihnen zu erkennen, dass Er lebt.

  1. Johannes 1:47-49
  2. Markus 1:16-22
  3. Matthäus 9:9
  4. Matthäus 4:23-24
  5. Matthäus 14.14-21
  6. Matthäus 15:32-38
  7. Lukas 7:11-16
  8. Markus 5:35-42
  9. Johannes 11:38-44
  10. Matthäus 13:10-13
  11. Johannes 6:15
  12. Johannes 6:3
  13. Lukas 20:20
  14. Matthäus 21:6-9 – NLB
  15. Johannes 11:47-48
  16. Markus 9:33-34
  17. Lukas 23:55-56, 24:1-11
  18. Johannes 20:3-9
  19. Johannes 20:19-20
  20. Markus 8:31
  21. Johannes 2:19-21
  22. Johannes 11:25:27
  23. Matthias 16:15-17
  24. Apostelgeschichte 2:1-4
  25. Matthäus 28:19-20

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